APPROBIERTE LISTE
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Beirat für historische Fahrzeuge

Studie „OLDTIMER IN ÖSTERREICH“

Erstmals wurde eine Studie zum Thema "Oldtimer in Österreich - Einstellungen zu historischen Fahrzeugen und sozioökonomische Bedeutung" in Österreich durchgeführt.

Die Daten- und Faktenlage zum Thema „Oldtimer in Österreich“ war vor der Erstellung der vorliegenden Studie weder umfassend noch durchgängig erfasst. Es war daher höchste Zeit eine solide einheitliche Datenbasis zum österreichischen Markt für historische Fahrzeuge für alle in die aktuellen und zukünftigen Themen und Diskussionen eingebundenen Zielgruppen wie Fahrzeughalter, Clubs, Verbände, Öffentlichkeit, Medien, Behörden, Politik und internationale Kontakte zu schaffen.

Die Ergebnisse waren aufschlussreich und zeigen die Bedeutung und die Wirtschaftskraft der Oldtimer Szene in Österreich. Im Folgenden nur einige Highlights. Die Details zur Studie finden Sie im Anhang als Kurzfassung oder Gesamtbericht.

Herr und Frau Österreicher lieben Oldtimer - 59% oder 4,2 Millionen freuen sich, wenn sie einen Oldtimer auf der Straße sehen. 64 Prozent sehen Oldtimer als Kulturgut an, das erhalten werden soll und knapp 100.000 Österreicher besitzen einen historischen PKW oder ein Motorrad. Wir sprechen in etwa von 3,7 Milliarden Euro Bestandswerten, die in Österreich in privaten Händen mit Freude gehegt und gepflegt werden um auch zukünftigen Generationen die Geschichte der Mobilität vor Augen führen zu können. Oldtimer sind Zeitzeugen der Geschichte der Mobilität und als solche auch in Zukunft auf Österreichs Straße zu erhalten. Die Erhaltung der Oldtimer soll nicht erschwert, sondern erleichtert werden.

Der typische OldtimerbesitzerIn ist zwischen 40 und 60 Jahren alt, zu 94 Prozent männlich und fährt im Jahr mit seinem Gefährt unter 1.000 Kilometer, mit dem Motorrad unter 500 Kilometer. Wir sprechen von einem zahlenmäßigen Bestand an historischen Automobilen in Relation zum Gesamtbestand von 2,2 Prozent. Die Laufleistung der Oldtimer liegt anteilsmäßig um die 0,2 Prozent aller gefahrenen Kilometer in Österreich. Historische Fahrzeuge werden selten, achtsam und vorsichtig benutzt.

Die beliebteste Marke ist VW. 35 Prozent aller historischen Fahrzeuge sind „historisch“ typisiert. Der durchschnittliche Wert des historischen Automobils in Österreich liegt bei rund 23.000 Euro, bei Motorrädern liegt dieser bei rund 5000 Euro. Etwa 40% des Bestandes der Fahrzeuge liegt bei einem Wert von unter 20.000 Euro.

Leidenschaft verbindet. Die Clubszene ist ein wesentlicher Faktor in der Erhaltung und Pflege historischer Fahrzeuge. Die Clubs stellen einen Wissenspool, eine Plattform für soziale Kontakte, gemeinsame Aktivitäten und Nachwuchspflege dar. Die Mitgliederanzahl lässt sich im Schnitt mit 100 Mitgliedern beziffern. Ein Mitgliedsbeitrag von rund 39 Euro pro Jahr ist erschwinglich, und die Vielfalt an Information und Kommunikation die Clubs ihren Mitgliedern zur Verfügung stellen, sind ein wesentlicher Beitrag in der Ausübung des Hobbies. Die meisten Oldtimer-Enthusiasten stellen den Genuss in den Vordergrund.

Die Unternehmen der Branche sehe die Zukunft optimistisch, wenn gleich drohende Gesetzesänderungen, die Einschränkung in der Ausübung der Oldtimerei und Schwierigkeiten im Finden geeigneter Nachwuchskräfte doch als kritisch gesehen werden. Die Unternehmen leben primär von heimischen Kunden. 50 Prozent der Betriebe erwarten steigende Umsätze. Klein- und Mittelbetriebe, Handwerk und Familienunternehmen mit langjähriger Erfahrung bilden den Kern der Betriebe in der Oldtimerbranche. Die wirtschaftlichen Impulse kommen zum überwiegenden Teil heimischen Unternehmen zugute.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Oldtimerbranche in Österreich wird mit rund 690 Millionen Euro per anno berechnet und setzt sich aus den direkten und indirekten Ausgaben der BesitzerInnen und den im Inland relevanten Käufen und Verkäufen zusammen.

Gerade Handwerks-, Klein- und Mittelbetriebe sowie Tourismusregionen profitieren von den Ausgaben, die im Rahmen der Oldtimerszene und den vielen Veranstaltungen getätigt werden.

Der Schulterschluss und das gemeinsame Arbeiten der Oldtimerszene in Österreich stellen die Zukunft unseres rollenden Kulturguts auf Österreichs Straßen sicher. Alle sind aufgerufen in der Beurteilung der Sinnhaftigkeit von Maßnahmen, die die Erhaltung des Kulturguts Oldtimer gefährdet, die
Relationen der Erhaltung von kulturellen Werten und die tatsächliche Wirkung von Beschränkungen im Auge zu behalten.

Die Untersuchung wurde im Auftrag von Mag. Christian Schamburek, Herausgeber und Autor des OLDTIMER GUIDE, durchgeführt.

Durchführendes Institut: Telemark-Marketing, MMag. Robert Sobotka

Für die konzeptionelle Struktur dient eine in Großbritannien Anfang 2015/16 durchgeführte nationale Studie als Vorbild, die in ihrem (modularen) Aufbau auf österreichische Verhältnisse umgelegt wird.

METHODE: Online Befragungen und Interviews

Mit Unterstützung des BMVIT (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie)

Mit Unterstützung von: ÖMVV (Österreichischer Motor-Veteranen-Verband), AMV (Arbeitsgemeinschaft für Motorveteranen), Wirtschaftskammer Österreich Bundesinnung Fahrzeugtechnik, Wirtschaftskammer Österreich Bundesgremium des Fahrzeughandels, ÖAMTC, OFN (Oldtimerfreunde Niederösterreich), VAV Versicherungs-AG, CASCAR (Classic and Sports Car Assekuradeur GmbH), TÜV Süd Landesgesellschaft Österreich GmbH.

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