APPROBIERTE LISTE
Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, Beirat für historische Fahrzeuge
Cover - Oldtimertage

„OLDTIMER IN ÖSTERREICH 2022“ - Einstellung zu historischen Fahrzeugen und sozioökonomische Bedeutung

Seit 2017 haben sich grundlegende Strukturen und Einstellungen der Gesellschaft verändert. Umweltthemen, Fragen bezüglich der zukünftigen Mobilität, Regierungskonstellationen, nicht zuletzt die Pandemie und der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, mit gravierenden wirtschaftlichen Folgen wie Inflation und dem Steigen der Energiepreise, haben doch deutliche Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. Die vorliegende Folgestudie untersucht die Auswirkungen auf das Marktsegment der historischen Fahrzeuge – dem Kulturgut Oldtimer.
Es wurden BesitzerInnen von Oldtimern (rund 2.000) über allgemeine Nutzungsdaten, Fahrzeugdaten, Bestandsdaten, Versicherungsdaten, Soziodemografie, Ausgaben, Zukunftserwartungen u.v.m. rund um ihre Fahrzeuge befragt. Zusätzlich wurde ein repräsentatives Stimmungsbild der österreichischen Bevölkerung zu diesem Thema (440 Personen) erhoben. Eine weitere Befragung wurde bei 55 Repräsentanten österreichischer Clubs sowie 51 Wirtschaftsbetrieben aus dem Segment „Klassische Fahrzeuge“ durchgeführt, um die ökonomische Bedeutung zu quantifizieren. Ergänzend wurden Expertenrunden zur Evaluierung der Ergebnisse abgehalten.
Das hier nun vorliegende Ergebnis 2022 ist ein aktuelles Gesamtbild der Bedeutung historischer Fahrzeuge als rollendes Kulturgut in Österreich.

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Cover - Oldtimertage

Oldtimertage 2026

Die Oldtimertage 2025 waren wieder voller Erfolg. Rund 40 Veranstaltungen und rund 3.000 Teilnehmer zeigten ihre Fahrzeuge im Rahmen von Ausfahrten und Veranstaltungen. Das Kuratorium Historische Mobilität Österreich (ÖMVV und AMV) initiieren auch 2026 das Wochenende, das auf den hohen Stellenwert der historischen Fahrzeuge in Österreich aufmerksam macht. Alle Clubs, Museen und individuellen Besitzerinnen und Besitzer von historischen Fahrzeugen sind aufgerufen, an diesem Wochenende die historischen Fahrzeuge zu bewegen, zu zeigen und auszustellen.

oldtimertage.at


News

77 Einträge | Seite 1/4
  • Oldtimer in Österreich: Die Sympathie bleibt

    Oldtimer in Österreich: Die Sympathie bleibt – und die nächste Generation fährt mit
    Die ersten Ergebnisse aus der Studie „Oldtimer in Österreich“ liegen vor! Historische Fahrzeuge genießen in Österreich weiterhin außergewöhnlich hohe Sympathiewerte. Die Ergebnisse von 2026 bestätigen damit die positiven Einstellungen von Herrn und Frau Österreicher aus den Erhebungen 2017 und 2022. Besonders bemerkenswert: Auch bei jungen Erwachsenen wächst das Interesse an automobilen Klassikern.

    Es gibt Dinge, die verändern sich mit der Zeit. Und es gibt Dinge, die gerade durch den Lauf der Zeit ihre Bedeutung erhalten. Oldtimer gehören offensichtlich zur zweiten Kategorie.

    Eine österreichweite Repräsentativbefragung im April-Juli 2026 mit 401 Personen ab 18 Jahren zeichnet ein ausgesprochen positives Bild: Historische Fahrzeuge sind in der Bevölkerung fest verankert – als Kulturgut, als Ausdruck von Handwerk und Technik, vor allem aber als sympathische Zeitzeugen mit emotionaler Strahlkraft. Die Ergebnisse bestätigen damit eine Entwicklung, die sich bereits in den Untersuchungen von 2017 und 2022 abgezeichnet hat. Die hohe Akzeptanz ist kein kurzfristiger Trend, sondern bemerkenswert stabil.

    Fast alle finden Oldtimer etwas Besonderes

    97 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Oldtimer etwas Besonderes sind beziehungsweise auffallen. Ein Wert, der deutlich macht, welche Wirkung ein historisches Fahrzeug im öffentlichen Raum entfalten kann.
    Noch wichtiger für die Zukunft der Oldtimerkultur: 91 Prozent wünschen sich, dass Oldtimer auch künftig auf Österreichs Straßen zu sehen sind. Ebenfalls 91 Prozent befürworten, Besitzerinnen und Besitzer dazu zu motivieren, ihre Fahrzeuge öffentlich zu präsentieren.

    Das ist mehr als bloße Toleranz. Es ist eine breite gesellschaftliche Zustimmung dazu, dass historische Fahrzeuge sichtbar bleiben sollen. Und auch emotional kommen die Klassiker bestens an: Rund 91 Prozent freuen sich, wenn ihnen ein Oldtimer begegnet. Insgesamt 93 Prozent empfinden Oldtimer grundsätzlich als sympathisch.
    Damit gehören historische Fahrzeuge zu jenen Kulturgütern, die Menschen nicht nur akzeptieren, sondern mit Freude wahrnehmen.

    Mehr als Blech und Technik

    Was macht diese Faszination aus? Die spontanen Antworten der Befragten geben darauf eine bemerkenswert klare Antwort.
    Oldtimer stehen für vergangene Jahrzehnte, für bekannte automobile Ikonen wie VW Käfer, Porsche, Mercedes oder Ford Mustang. Sie werden mit Nostalgie und persönlichen Erinnerungen verbunden, mit Eleganz, Stil und Individualität. Ebenso häufig fallen Begriffe wie handwerkliche Qualität, Restaurierung, Pflege, Sammlerleidenschaft und automobile Kulturgeschichte.

    Der Oldtimer wird damit nicht in erster Linie als altes Verkehrsmittel gesehen. Er erzählt eine Geschichte.
    Das erklärt auch, warum die emotionale Verbindung so stark ist: Knapp 71 Prozent der Befragten geben an, dass Oldtimer sie an ihre Kindheit erinnern. Ein historisches Fahrzeug kann damit zum persönlichen Zeitzeugen werden – und gleichzeitig Erinnerungen über Generationen hinweg transportieren.

    Kulturgut mit breiter Zustimmung

    Besonders stark ist die Anerkennung des kulturellen Wertes. Rund 91 Prozent sehen Oldtimer als Kulturgut, das erhalten werden sollte. Ebenfalls 91 Prozent erkennen ihren Beitrag zum Erhalt traditionellen Handwerks an. Gerade dieser Punkt ist für die Zukunft der Oldtimerbewegung von Bedeutung. Denn hinter einem historischen Fahrzeug stehen nicht nur Motor, Karosserie und Technik. Es geht auch um Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die über Jahrzehnte weitergegeben wurden: Restaurierung, Karosseriebau, Sattlerei, Lackierung, Motorentechnik und viele weitere Bereiche. Der Erhalt eines Oldtimers bedeutet deshalb immer auch den Erhalt eines Stücks praktischer Kulturgeschichte.

    Kritik bleibt eine Minderheitenposition

    Natürlich blendet die Bevölkerung kritische Aspekte nicht völlig aus. Umweltbelastung, Wartungsaufwand und die Kosten des Hobbys werden durchaus wahrgenommen.

    Das Gesamtbild verändert sich dadurch jedoch kaum.
    94 Prozent lehnen die Aussage ab, Oldtimer gehörten auf den Schrottplatz. Fast 89 Prozent sehen historische Fahrzeuge nicht als Behinderung für den Straßenverkehr. Und obwohl rund 31 Prozent der Aussage zustimmen, Oldtimer würden die Umwelt belasten, widersprechen fast 69 Prozent dieser Einschätzung.
    Die Botschaft ist eindeutig: Einzelne kritische Argumente existieren, sie prägen aber nicht die grundsätzliche Haltung der österreichischen Bevölkerung.

    Ein exklusives Hobby – mit erstaunlich großer Anziehungskraft

    Dass Oldtimer nicht für jedes Budget geeignet sind, wird von der Bevölkerung sehr realistisch eingeschätzt. Mehr als 90 Prozent stimmen zu, dass sich nicht jeder dieses Hobby leisten kann.
    Gleichzeitig zeigt sich ein bemerkenswerter Widerspruch im besten Sinne: Das Hobby mag exklusiv sein – das Interesse daran ist es keineswegs. Rund 60 Prozent interessieren sich grundsätzlich für Oldtimer. Etwa 57 Prozent können sich sogar vorstellen, selbst einmal einen historischen Wagen zu besitzen.
    Das Interesse reicht damit weit über die Gruppe der tatsächlichen Besitzerinnen und Besitzer hinaus. Die Oldtimerwelt hat ein Publikum, das größer ist als ihre aktive Szene.

    Die Überraschung: Junge Menschen entdecken den Oldtimer

    Besonders spannend wird die Studie beim Blick auf die Altersgruppen.
    Die verbreitete Vorstellung, Oldtimer seien vor allem ein Thema für ältere Generationen, wird durch die aktuellen Ergebnisse deutlich relativiert. Im Gegenteil: Gerade die 18- bis 30-Jährigen zeigen eine ausgesprochen positive Einstellung.
    68 Prozent dieser Altersgruppe sagen, dass sie selbst einmal einen Oldtimer besitzen möchten. Das ist der höchste Wert aller Altersgruppen. Rund 61 Prozent interessieren sich für historische Fahrzeuge, ein Viertel sogar besonders stark.
    Auch der kulturelle Wert wird von den jungen Erwachsenen anerkannt: Knapp 90 Prozent sind der Meinung, dass Oldtimer als Kulturgut erhalten bleiben sollten. Eine klare Mehrheit unterstützt zudem ihre weitere Präsenz auf Österreichs Straßen.
    Das ist ein starkes Signal für die Zukunft.
    Denn offenbar spricht der Oldtimer junge Menschen nicht nur über Nostalgie an – schließlich können sie sich an viele der Fahrzeuge ihrer Kindheit gar nicht aus eigener Erfahrung erinnern. Vielmehr stehen für diese Generation andere Werte im Vordergrund: Individualität, Authentizität, handwerkliche Qualität, Technik und die Bewahrung eines Stücks Kulturgeschichte.
    In einer zunehmend standardisierten und digitalisierten Mobilitätswelt kann gerade das Analoge, Mechanische und Unverwechselbare eine besondere Faszination entfalten.

    Eine stabile Liebe über fast ein Jahrzehnt

    Besonders aussagekräftig wird die aktuelle Untersuchung im Vergleich mit den früheren Erhebungen.
    Die Zeitreihe von 2017 bis 2026 zeigt ein bemerkenswert stabiles Meinungsbild. Die hohe Sympathie gegenüber Oldtimern, der Wunsch nach ihrer Präsenz im Straßenbild, ihre Wahrnehmung als Kulturgut und die Anerkennung ihres Beitrags zum Erhalt traditionellen Handwerks bleiben über die Jahre hinweg auf hohem Niveau.
    Auch das Interesse am Thema und der Wunsch nach einem eigenen Oldtimer liegen 2026 wieder leicht über dem Niveau der Erhebung von 2022.

    Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis der gesamten Untersuchung: Die Begeisterung für historische Fahrzeuge ist keine Momentaufnahme. Sie hat Bestand.

    Oldtimer verbinden Generationen

    Interessant sind auch die Unterschiede zwischen den Generationen. Während Männer etwas häufiger Interesse an Oldtimern zeigen und öfter den Wunsch nach einem eigenen Fahrzeug äußern, ist das Grundbild insgesamt ausgesprochen homogen. Menschen über 60 verbinden Oldtimer besonders häufig mit persönlichen Erinnerungen und unterstützen ihren Erhalt überdurchschnittlich stark. Die jüngere Generation wiederum zeigt eine besonders hohe Besitzabsicht.
    Damit entsteht ein schönes Bild: Die einen bewahren die Erinnerungen, die anderen entdecken die Faszination neu.

    Und genau darin liegt möglicherweise eine der größten Stärken der Oldtimerkultur. Sie muss nicht bei einer Generation stehen bleiben. Ein Fahrzeug kann Familiengeschichte erzählen, Kindheitserinnerungen wecken – und gleichzeitig bei einem jungen Menschen erstmals die Leidenschaft für historische Technik entfachen.

    Österreich sagt Ja zum Oldtimer

    Die Ergebnisse der aktuellen Befragung lassen sich letztlich auf eine einfache Formel bringen: Österreich mag seine Oldtimer. Besonders erfreulich ist dabei der Blick nach vorne. Die hohe Zustimmung der jungen Erwachsenen zeigt, dass die Oldtimerkultur keineswegs ein Auslaufmodell ist. Im Gegenteil: Eine neue Generation entdeckt den Reiz historischer Fahrzeuge – vielleicht gerade weil sie in einer Welt lebt, in der vieles immer schneller, digitaler und austauschbarer wird.
    Der Oldtimer bietet das Gegenteil: Charakter statt Gleichförmigkeit, Mechanik zum Anfassen, Geschichte zum Erleben und Individualität auf vier Rädern.

    Die aktuelle Studie bestätigt damit eindrucksvoll, was sich bereits 2017 und 2022 gezeigt hat: Die Sympathie für Oldtimer ist in Österreich außergewöhnlich hoch – und sie bleibt es. Mehr noch: Das Interesse reicht weit über die klassische Szene hinaus und findet zunehmend auch bei der nächsten Generation Anklang.
    Der Oldtimer ist damit nicht nur ein Blick zurück. Er ist auch ein Stück Zukunft der automobilen Kultur.

    Grundlage: Österreichweite Online-Repräsentativbefragung im April-Juli 2026, 401 Personen ab 18 Jahren. Die Befragung umfasst repräsentativ für Österreich unterschiedliche Altersgruppen, Geschlechter und alle österreichischen Bundesländer.(c) Christian Schamburek

  • Pickerl-Reform 2027: Was sich für Oldtimer-Besitzer wirklich ändert

    Die größte Änderung bei der österreichischen §57a-Begutachtung seit vielen Jahren tritt in Kraft. Das bisherige 3-2-1-System wird durch das neue 4-2-2-2-1-System ersetzt. Die Regierung verspricht weniger Bürokratie und eine finanzielle Entlastung für Fahrzeughalter. Doch bei genauer Betrachtung zeigt sich: Die Vorteile sind überschaubar.

    Das Wichtigste in Kürze

    Das bisherige 3-2-1-System wird auf 4-2-2-2-1 umgestellt.

    Die bisher gültige 4-monatige Toleranzfrist (Überziehungsfrist) fällt weg.

    Dafür ist die Pickerlüberprüfung schon bis zu 4 Monate vor dem regulären Termin möglich (bisher 1 Monat)

    Der 2-Jahresintervall für Oldtimer (nur wenn historisch typisiert "rotes" Pickerl!" bleibt bestehen

    Rund zwei Millionen Fahrzeughalter müssen ihre Begutachtungsplakette austauschen.

    Für Oldtimer kann der Wegfall der bisherigen Toleranzfrist problematisch werden.Die Eingabe von Seiten des KHMÖ, Oldtimer vom Wegfall der Toleranzfristen auszunehmen wurde von Seiten der Regierung nicht berücksichtigt, obwohl dies vopn Seiten der EU möglich gewesen wäre.


    Was ändert sich beim Pickerl?

    Bislang galt in Österreich das bewährte 3-2-1-System: Die erste §57a-Begutachtung war drei Jahre nach der Erstzulassung fällig, anschließend nach zwei Jahren und danach jährlich. Künftig erfolgt die erste Begutachtung erst nach vier Jahren, danach im Abstand von zwei Jahren, bevor wieder die jährliche Überprüfung beginnt.

    Die Idee dahinter: Weniger Werkstattbesuche und geringere Kosten für Fahrzeughalter. In der Praxis dürfte dieser Effekt allerdings deutlich kleiner ausfallen als angekündigt.


    Was bedeutet die Reform für Oldtimer?

    Für Besitzer historischer Fahrzeuge bringt die neue Regelung einige Besonderheiten mit sich.

    Wegfall der bisherigen Toleranzfrist

    Bislang konnte die Pickerlüberprüfung innerhalb einer viermonatigen Nachfrist erfolgen. Diese sogenannte Toleranzfrist entfällt künftig vollständig.

    Stattdessen darf die Begutachtung bereits vier Monate vor dem Fälligkeitstermin durchgeführt werden.

    Gerade bei Oldtimern ist das nicht immer praktisch. Viele Fahrzeuge verbringen die Wintermonate eingelagert in der Garage oder im Winterquartier. Fällt der Begutachtungstermin in diese Zeit, müsste das Fahrzeug ausschließlich für das Pickerl aus dem Winterschlaf geholt werden.

    Begutachtungsmonat kann geändert werden

    Für Motorräder, Wohnmobile und Oldtimer besteht jedoch eine Lösung:

    Der Begutachtungsmonat kann bei der zuständigen Zulassungsbehörde angepasst werden. Dadurch lässt sich der Termin auf einen Zeitraum verlegen, in dem das Fahrzeug ohnehin genutzt wird.

    Gerade für Saisonfahrzeuge empfiehlt sich eine rechtzeitige Planung.

  • End of life regulation - Oldtimer sind ausgenommen

    In den letzten Monaten konnte im Rahmen intensiver Interessenvertretung (ÖMVV, AMV im Rahmen des KHM) auf europäischer Ebene (FIVA) nun sichergestellt werden, dass Oldtimer von der "End of Life Regulation" oder der sogenannten "Altautoverordnung" ausgenommen sind. Im Wesentlichen regelt die ELV den gesamten Lebenszyklus von Fahrzeugen – von der Konstruktion über die Nutzung bis zur Verwertung – mit dem Ziel, Recycling zu verbessern, Ressourcen im Kreislauf zu halten und Abfälle zu reduzieren. Sie verpflichtet Hersteller unter anderem zu einem besseren Fahrzeugdesign für Demontage und Wiederverwertung, höheren Anteilen recycelter Materialien sowie klaren Vorgaben für Sammlung, Behandlung und Entsorgung von Altfahrzeugen.

    Zusammenfassung der für historische Fahrzeuge wesentlichen Punkte.

    1. Historische Fahrzeuge sind grundsätzlich vom Anwendungsbereich ausgenommen
    Die Verordnung gilt nicht für Fahrzeuge von historischem Interesse ("vehicles of historical interest"). Ebenso ausgenommen sind die für deren Erhaltung notwendigen identifizierbaren Ersatzteile und Komponenten.
    Das bedeutet insbesondere, dass für historische Fahrzeuge nicht gelten:
    • Anforderungen an die Kreislaufgerechtigkeit (Circularity)
    • Pflichten zum Eigentumsübergang
    • Exportvorschriften
    • Vorschriften über Altfahrzeuge (End-of-Life Vehicles)

    2. Bezug auf die bestehende Definition historischer Fahrzeuge
    Die Verordnung führt keine neue Definition ein, sondern verweist auf die Definition der Richtlinie 2014/45/EU (Roadworthiness Directive). Damit bleibt die bereits etablierte EU-Definition maßgeblich.

    3. Schutz des europäischen Kulturerbes
    In den Erwägungsgründen wird ausdrücklich begründet, warum historische Fahrzeuge ausgenommen werden:
    • Sie dienen dem Erhalt des europäischen Kulturerbes.
    • Sie sollen nicht den Vorschriften über
    o Eigentumsübertragung,
    o Export oder
    o Behandlung als Altfahrzeug
    unterliegen.

    4. Fahrzeuge mit besonderem kulturellen Interesse
    Zusätzlich werden Fahrzeuge geschützt, die von einem Mitgliedstaat als Fahrzeuge von besonderem kulturellen Interesse anerkannt werden.
    Darunter können beispielsweise fallen:
    • Museumsfahrzeuge
    • Sammlerfahrzeuge
    • Einzelanfertigungen (Custom-Built Vehicles)
    • Rennfahrzeuge
    Voraussetzung ist jeweils eine formelle Anerkennung durch die zuständige Behörde.

    5. Ausnahme gilt erst ab Anerkennung als historisches Fahrzeug (in Österreich der Eintrag des Fahrzteugmodells in der Approbierten Liste des Bundesministeriums (www.khmoe.at) und die Typisierung als Oldtimer -> rote §57a Plakette "historisch.

    Ein wichtiger Punkt:
    Die Verordnung stellt klar, dass die normalen Anforderungen (z. B. Designvorschriften zur Kreislaufwirtschaft) vor der Anerkennung als historisches Fahrzeug gelten.
    Erst nachdem ein Fahrzeug den Status "historisches Fahrzeug" (rotes Pickerl!) oder "Fahrzeug von besonderem kulturellen Interesse" erhalten hat, greift die Ausnahme.

    6. Verlust des historischen Status
    Verliert ein Fahrzeug später seinen historischen oder kulturellen Status, fällt es automatisch wieder unter die Verordnung.
    Dann gelten insbesondere wieder:
    • Vorschriften zum Eigentumsübergang,
    • Exportregelungen,
    • Altfahrzeugvorschriften.

    7. Kriterien für Fahrzeuge von besonderem kulturellen Interesse
    Anhang II legt fest, wann ein Fahrzeug als Fahrzeug von besonderem kulturellen Interesse anerkannt werden kann. Erforderlich sind insbesondere: Im Wesentlichen "rotes Pickerl!"
    • dokumentierter historischer oder kultureller Wert,
    • identifizierbarer Eigentümer,
    • nachvollziehbare Identität der wesentlichen Fahrzeugteile,
    • eindeutige Identifizierbarkeit (VIN oder Seriennummer).
    Die Anerkennung erfolgt auf Antrag; die Einhaltung der Voraussetzungen ist mindestens alle fünf Jahre oder bei Eigentümerwechsel zu überprüfen.

    Zusammenfassung
    Für Oldtimerbesitzer ist die Verordnung insgesamt sehr günstig ausgestaltet:
    • Historische Fahrzeuge bleiben vollständig vom neuen EU-Regime über Kreislaufwirtschaft und Altfahrzeuge ausgenommen.
    • Auch Export- und Eigentumsübertragungsvorschriften gelten für anerkannte historische Fahrzeuge nicht.
    • Der Schutz wird ausdrücklich mit dem Erhalt des europäischen Kulturerbes begründet.
    • Die bisherige Definition historischer Fahrzeuge bleibt unverändert maßgeblich.
    Diese Regelungen finden sich in den Erwägungsgründen (insbesondere Erwägungsgrund 14) sowie im Anwendungsbereich der Verordnung (Artikel 2 und Anhang II).

    Der Originaltext steht auch unter www.oemvv.at zum Download zur Verfügung.

  • Gesamterlass 2026 für historische Fahrzeuge

    In der Vergangenheit war eine große Anzahl an Erlässen zu historischen Fahrzeugen zu beachten. Ein Überblick über alle relevanten Festlegungen war kaum mehr möglich. 2024 startete das KHMÖ in Zusammenarbeit mit Experten aus dem Beirat ein Projekt, einen Vorschlag zu einem Gesamterlass auszuarbeiten.
    Von Seiten des BMIMI wurde dann der Vorschlag aufgenommen, diskutiert und in einen soeben herausgegebenen Gesamterlass gegossen. Dieser Erlass soll alle bisherigen Festlegungen zu historischen Fahrzeugen übersichtlich zusammenfassen. Gleichzeitig sollen die alten Erlässe aufgehoben werden. Zukünftig sollen keine separaten Erlässe ergehen, im Anlassfall soll vielmehr der vorliegende Erlass aktualisiert und versioniert werden.
    Ein besonderer Dank ergeht an das Kuratorium historische Mobilität in Österreich für die Zusammenfassung der bisherigen Bestimmungen und die Ausarbeitung des Entwurfs durch Dr. Michael Grubmann. Mit diesem Schritt soll allen, die mit gesetzlichen Bestimmungen zum Thema "historische Fahrzeuge" zu tun haben, die Arbeit und der Überblick zu geltenden Regeln erleichtert werden.

    Worum geht's?
    Das Bundesministerium hat mit dem „Gesamterlass historische Fahrzeuge 2026“ erstmals, auf Initiative des KHMÖ, alle bisherigen Erlässe und Protokolle zu historischen Fahrzeugen in einem einzigen Dokument zusammengefasst. Ziel ist eine österreichweit einheitliche Vorgangsweise bei Genehmigung, Begutachtung und Betrieb historischer Fahrzeuge. Die bisherigen Einzelerlässe werden aufgehoben.

    Die wichtigsten Punkte:

    * Historische Fahrzeuge bleiben Fahrzeuge mit Baujahr bis 1955 oder Fahrzeuge ab 30 Jahren, die in der offiziellen Liste historischer Fahrzeuge eingetragen sind.
    * Die Anforderungen an Erhaltungswürdigkeit und Originalität werden klar definiert. Wesentliche Baugruppen müssen im Originalzustand erhalten bleiben, zeitgenössische Umbauten sind unter bestimmten Voraussetzungen zulässig.
    * Der Erhaltungszustand muss mindestens der Zustandsnote 1 bis 3 entsprechen; Fahrzeuge mit Zustandsnote 4 oder 5 können nicht als historische Fahrzeuge eingestuft werden.
    * Die bestehenden Fahrbeschränkungen bleiben aufrecht: 120 Fahrtage pro Jahr für historische Kraftwagen und 60 Fahrtage für historische Motorräder. Die Fahrten sind in einem nachvollziehbaren Fahrtenbuch zu dokumentieren.
    * Elektronische Fahrtenbücher sind zulässig, einfache Excel-Listen jedoch nicht.
    * Für Genehmigungen, Importfahrzeuge, Geräuschmessungen, Bereifung, notwendige Nachrüstungen, historische Militär-, Einsatz-, Sport- und Rallyefahrzeuge sowie zulässige Umbauten werden österreichweit einheitliche Regeln festgelegt.
    * Die wiederkehrende §57a-Begutachtung für historische Fahrzeuge erfolgt weiterhin grundsätzlich alle zwei Jahre.
    * und vieles mehr....

    Fazit:
    Der neue Gesamterlass bringt vor allem mehr Klarheit und Übersichtlichkeit. An den grundlegenden Voraussetzungen für den Oldtimerstatus ändert sich nichts, viele bisher verstreute Regelungen sind nun erstmals übersichtlich in einem Dokument zusammengeführt. Anbei das pdf als Downloadwww.oemvv.at, www.khmoe.at

    .pdf Download

  • ES GEHT LOS ! STUDIE: Oldtimer in Österreich 2026

    ES GEHT LOS ! STUDIE: Einstellungen und sozioökonomische Bedeutung historischer Fahrzeuge in Österreich 2026
    www.befragung.cc/oldtimerstudie

    Es geht um die Zukunft historischer Fahrzeuge auf Österreichs Straßen. Im Rahmen der Interessenvertretung ist es wichtig aktuelle Fakten und Daten zur Oldtimerszene und -markt in seiner Gesamtheit zu haben. Nach 2017 und 2022 werden nun die aktuellen Entwicklungen und Zahlen in der breit angelegten Studie „Oldtimer in Österreich 2026“ erhobe. Neben einem repräsentativen Stimmungsbild der österreichischen Bevölkerung zu Oldtimern, werden allgemeine Nutzungsdaten, Fahrzeugdaten, Soziodemografie, Bestandsdaten, Versicherung, Ausgaben, Zukunftserwartungen etc. bei BesitzerInnen von Oldtimern und zu deren Fahrzeugen erhoben. Die Befragung wird auch bei Clubrepräsentanten sowie Wirtschaftsbetrieben aus dem Segment „Klassische Fahrzeuge“ durchgeführt, um die wirtschaftliche Bedeutung und Umwegrentabilitäten zu quantifizieren.
    In Phase 1, ab dem 6. April 2026 werden mittels Online-Befragung unterschiedlichste Aspekte bei BesitzerInnen von klassischen Fahrzeugen erhoben. In Phase 2 ab Mai 2026 werden in einer repräsentativen Umfrage Einstellungen zum Thema klassische Fahrzeuge als rollendes Kulturgut mittels Interviews erfragt. In Phase 3 werden dann Clubrepräsentanten, Opinionleader und Wirtschaftsunternehmen interviewt, um die wirtschaftliche Bedeutung, die Anzahl der Beschäftigten, Umsatz, Umwegrentabilitäten von Veranstaltungen, Zukunftserwartungen, Problemfelder u.v.m. zu ermitteln.
    Ergebnis wird ein aktuelles Gesamtbild 2026 der Bedeutung Historischer Fahrzeuge als rollendes Kulturgut für Österreich sein.

    WICHTIGSTER ERFOLGSFAKTOR ist eine hohe Beteiligung an der Befragung, um ein umfassendes Bild und valide Daten und Fakten zu erhalten, daher rufen wir zur zahlreichen Teilnahme auf.
    WER: BesitzerInnen klassischer Fahrzeuge
    WANN: ab 6. April 2026
    WO: unter www.befragung.cc/oldtimerstudie können die Fragen online, einfach, schnell und anonym - unter Wahrung des Datenschutzes - beantwortet werden.

    Mit Unterstützung von: Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, Kuratorium historische Mobilität Österreich / KHMÖ (ÖMVV und AMV), ÖAMTC, Ing. Karl Eder (Sachverständiger), VAV Versicherungs-AG, TÜV Austria, RBO Ing. Stöckl GmbH, OCC Assekuranzkontor GmbH, APPIA Automotive Group GmbH, DEKRA Austria GmbH, Dr. Winfried Kallinger, KFZ-SV-Union.

  • ELV-Verordnung: Politischer Kompromiss gebilligt – historische Fahrzeuge ausgenommen

    Altfahrzeugen (ELV) gebilligt. Die Billigung bestätigt, dass die Mitgesetzgeber auf technischer und politischer Ebene einen endgültigen Kompromisstext erzielt haben. Da beide Institutionen den Kompromiss bereits gebilligt haben, wird die Verabschiedung und Veröffentlichung ohne weitere Änderungen erwartet. Die EU-Gesetzgeber haben historische Fahrzeuge vom Anwendungsbereich der Verordnung ausgenommen: „Um das kulturelle Erbe Europas zu bewahren, sollten Fahrzeuge von historischem Interesse vom Anwendungsbereich dieser Verordnung ausgenommen werden und nicht den Verpflichtungen in Bezug auf Eigentumsübertragung, Ausfuhr oder Altfahrzeuganforderungen unterliegen. Ebenso sollten Fahrzeuge, die von einem Mitgliedstaat als von besonderem kulturellem Interesse anerkannt sind, vom Anwendungsbereich ausgenommen werden“, heißt es in der Verordnung. Fahrzeuge von historischem Interesse werden unter Bezugnahme auf die Richtlinie über die technische Überwachung von Kraftfahrzeugen definiert, wie von der FIVA unterstützt. Darüber hinaus fallen auch Teile und Komponenten, die für die Wartung historischer Fahrzeuge erforderlich sind, unter die ELV-Ausnahme, was unsere Restaurierungsaktivitäten durch den Schutz des Handels und der Handhabung von Teilen erleichtern dürfte. Obwohl historische Fahrzeuge ausgenommen sind, müssen Fahrzeugbesitzer weiterhin die administrativen Verpflichtungen gemäß der neuen ELV erfüllen, auch wenn einige davon möglicherweise bereits in mehreren EU-Ländern gelten. Insbesondere Fahrzeuge, die tatsächlich das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, müssen an zugelassene Sammelstellen oder Verwertungsanlagen geliefert werden. Die Kriterien, nach denen ein Fahrzeug als Altfahrzeug gilt, sind in Anhang I Teil A (z. B. ein Fahrzeug, das von einer Versicherungsgesellschaft als Totalschaden deklariert wurde) und Teil B (z. B. Fahrzeuge, die aufgegeben wurden, nicht ordnungsgemäß identifiziert werden können oder nicht ausreichend geschützt sind) festgelegt. Besitzer von historischen Fahrzeugen sollten diese Kriterien beachten, da Fahrzeuge, die unter diese Bedingungen fallen, potenziell als Altfahrzeuge eingestuft werden können, sofern ihr Status als historisches Fahrzeug nicht nachgewiesen werden kann.

    Empfehlung: Historische Typisierung (www.khmoe.at) oder bei Restautierungsprojekten über ein Gutachten.

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Approbierte Liste "Historische Fahrzeuge" des BMVIT

Cover - Approbierte Liste

Das Kuratorium Historische Mobilität Österreich führt seit 1.1.2018 die Approbierte Liste „Historische Fahrzeuge“ des Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie.

Der neue Herausgeber – das Kuratorium Historische Mobilität Österreich (www.khmoe.at) ist seit Jahresbeginn 2018 für die Betreuung und Erstellung der Liste für erhaltungswürdige Fahrzeuge in Österreich ("rote Liste") in Abstimmung mit dem Bundesministerium und dem historischen Beirat zuständig.Seit 2019 ist die approbierte Liste digital abrufbar.

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Fahrzeugnotierung

Classic Data - Fahrzeugnotierung

Oft wird die Frage gestellt: "Was ist mein Fahrzeug wert?" In Kooperation mit Classic Data haben wir hier rund 6 000 Fahrzeugmodelle in einer Datenbank zusammengestellt um eine ungefähre Wertorientierung ("Mittelwert guter Zustand" und "Mittelwert mäßiger Zustand"), basierend auf der umfassenden Marktbeobachtung von Classic Data, zu bieten. Es sei deutlich darauf hingewiesen, dass es sich hier um Mittelwerte "zur Erstinformation" handelt, die keinesfalls als Ersatz für Wertgutachten von Sachverständigen dienen können.

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